Ein QR-Code muss nicht vollkommen unbeschädigt sein, damit er funktioniert. Kleine Kratzer, Verschmutzungen oder verdeckte Bereiche können unter bestimmten Umständen ausgeglichen werden. Dafür sorgt die Fehlerkorrektur bei QR-Codes.
Sie ist bereits ein fester Bestandteil des QR-Code-Standards und kann je nach gewählter Stufe unterschiedlich stark ausfallen. Es gibt vier Fehlerkorrekturstufen: L, M, Q und H. Je höher die Stufe, desto mehr beschädigte oder fehlerhafte Daten können rekonstruiert werden.
Warum gibt es die Fehlerkorrektur?
QR-Codes wurden ursprünglich auch für industrielle Anwendungen entwickelt. Dort müssen Codes zuverlässig gelesen werden können, obwohl Produkte, Verpackungen oder Etiketten nicht immer in perfektem Zustand bleiben.
Auch im Alltag ist diese Eigenschaft praktisch.
Ein QR-Code auf einem Restaurant-Flyer kann beispielsweise einen kleinen Knick bekommen. Ein Aufkleber auf einem Werkzeug kann verschmutzen. Ein QR-Code auf einer Produktverpackung kann während des Transports beschädigt werden.
Ohne Fehlerkorrektur könnte bereits eine kleine Veränderung dazu führen, dass wichtige Informationen nicht mehr gelesen werden können.
Die Fehlerkorrektur schafft deshalb eine gewisse Fehlertoleranz.
Wie funktioniert die Fehlerkorrektur?
Technisch verwendet der QR-Code sogenannte Reed-Solomon-Codes. Dabei werden zu den eigentlichen Daten zusätzliche Informationen gespeichert, mit denen verlorene oder fehlerhafte Bereiche rekonstruiert werden können.
Für die praktische Nutzung muss man die Mathematik dahinter allerdings nicht kennen.
Wichtig ist lediglich: Je höher die Fehlerkorrektur eingestellt wird, desto mehr zusätzliche Daten enthält der QR-Code.
Das macht den Code widerstandsfähiger. Gleichzeitig steht jedoch weniger Platz für die eigentlichen Nutzdaten zur Verfügung. Dadurch kann ein QR-Code bei gleichem Inhalt grösser beziehungsweise komplexer werden.
Die vier Fehlerkorrekturstufen L, M, Q und H
Bei QR-Codes stehen vier Stufen zur Verfügung:
L – ca. 7 %
Für geschützte und saubere Umgebungen, in denen kaum mit Beschädigungen zu rechnen ist.
M – ca. 15 %
Für den normalen Standard-Einsatz und viele typische Anwendungen.
Q – ca. 25 %
Für QR-Codes mit einer höheren Gefahr von Verschmutzung oder Beschädigung.
H – ca. 30 %
Bietet die höchste Fehlertoleranz und eignet sich beispielsweise für QR-Codes mit Logo.
Die Werte von ungefähr 7, 15, 25 und 30 Prozent beziehen sich auf die wiederherstellbaren Codewörter innerhalb des QR-Codes.
Bedeutet Fehlerkorrektur H, dass man 30 % des QR-Codes verdecken darf?
Nein. Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Die Angabe „30 Prozent Fehlerkorrektur“ bedeutet nicht, dass beliebige 30 Prozent der sichtbaren Fläche entfernt, übermalt oder mit einem Logo verdeckt werden dürfen.
Die Prozentangaben beziehen sich auf wiederherstellbare Codewörter. Ausserdem sind die Informationen innerhalb eines QR-Codes nicht überall gleich aufgebaut.
Ein grosses Logo, das wichtige Strukturen überdeckt, kann einen QR-Code deshalb bereits unlesbar machen, obwohl deutlich weniger als 30 Prozent seiner Gesamtfläche verdeckt wurden.
Besonders die auffälligen grossen Quadrate in drei Ecken – die sogenannten Positionsmarkierungen – sollten nicht verändert oder überdeckt werden.
Fehlerkorrektur bei QR-Codes mit Logo
Bei einem QR-Code mit Logo wird normalerweise ein Teil des eigentlichen Codes verdeckt. Die Fehlerkorrektur hilft dabei, die dadurch fehlenden Informationen auszugleichen.
Eine hohe Fehlerkorrekturstufe wie H schafft hierfür mehr Reserve als beispielsweise L.
Da die Grösse des Logos vom Generator automatisch festgelegt wird, kann sie nicht manuell bestimmt werden. Der Generator sorgt dabei dafür, dass das Logo in einer geeigneten Grösse in den QR-Code integriert wird.
Ist die höchste Fehlerkorrektur immer die beste Wahl?
Nicht unbedingt. Eine höhere Fehlerkorrektur benötigt mehr Daten innerhalb des QR-Codes. Bei gleicher gespeicherter Information kann dadurch eine höhere QR-Code-Version beziehungsweise eine grössere Anzahl an Modulen notwendig werden.
Der Code kann dadurch feiner und komplexer wirken.
Wenn ein QR-Code beispielsweise sehr klein auf eine Visitenkarte gedruckt werden soll, kann ein unnötig hoher Fehlerkorrekturwert sogar nachteilig sein.
Es geht deshalb nicht darum, grundsätzlich immer H auszuwählen, sondern die Stufe passend zum Einsatzbereich festzulegen.
Als einfache Orientierung:
M ist für viele normale Anwendungen ausreichend.
Q oder H sind interessant, wenn mit Verschmutzung, Beschädigungen oder einer bewussten Überdeckung – beispielsweise durch ein Logo – gerechnet werden muss.
L kann genutzt werden, wenn der QR-Code unter sehr guten Bedingungen dargestellt wird und möglichst viel Datenkapazität benötigt wird.
Funktioniert die Fehlerkorrektur bei statischen und dynamischen QR-Codes?
Ja. Die Fehlerkorrektur ist grundsätzlich eine Eigenschaft des QR-Codes selbst und nicht davon abhängig, ob dahinter ein statisches oder dynamisches Ziel verwendet wird.
Bei einem statischen QR-Code werden die eigentlichen Informationen direkt im Code gespeichert.
Bei einem dynamischen QR-Code wird typischerweise eine Weiterleitungsadresse gespeichert. Das eigentliche Ziel kann anschliessend geändert werden, ohne dass der gedruckte QR-Code ersetzt werden muss.
Lesetipp: Dynamischer vs. statischer QR-Code
Die Fehlerkorrektur betrifft in beiden Fällen die Lesbarkeit des sichtbaren QR-Codes.
Welche Fehlerkorrektur sollte ich wählen?
Für die meisten normalen QR-Codes ist M ein guter Ausgangspunkt. Diese Stufe bietet eine gewisse Reserve, ohne unnötig viele zusätzliche Korrekturdaten einzubauen.
Bei anspruchsvolleren Einsatzbereichen kann Q oder H sinnvoll sein.
Eine praktische Orientierung:
QR-Code auf einer Website: L oder M
Flyer oder Broschüre: M
Visitenkarte: M, abhängig von Grösse und Gestaltung
Speisekarte: M oder Q
Produktverpackung: M oder Q
Aufkleber im Aussenbereich: Q oder H
QR-Code mit Logo: H
Diese Werte sind keine Garantie für die Scanbarkeit. Druckgrösse, Kontrast, Material, Oberfläche und Gestaltung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Kurz zusammengefasst
Die Fehlerkorrektur macht QR-Codes widerstandsfähiger gegen beschädigte, verschmutzte oder verdeckte Bereiche.
Zur Verfügung stehen die vier Stufen L (ca. 7 %), M (ca. 15 %), Q (ca. 25 %) und H (ca. 30 %). Die Prozentwerte beziehen sich dabei auf wiederherstellbare Codewörter und nicht einfach auf die sichtbare Fläche des QR-Codes.
Für viele normale Anwendungen ist M eine gute Wahl. Bei QR-Codes mit Logo oder bei einem erhöhten Risiko für Beschädigungen können Q oder H sinnvoll sein.
Unabhängig von der gewählten Stufe gilt: Den fertigen QR-Code immer unter realistischen Bedingungen testen, bevor er gedruckt oder veröffentlicht wird.






